Dienstag, 12. Juli 2016

time to say goodbye



Mein letztes Sucrewochenende stand vor der Tür und ich wusste, dass ich mich Sonntag, bevor es zuürck nach Sopachuy ging, von meinen Liebsten verabschieden muss.
Wie immer, war das Wochenende schön. Wir gingen gemeinsam feiern, essen oder saßen einfach nur draußen auf dem Balkon und quatschten. Auch musste ich mich an diesem Wochenende bereits vom 1. Teil meiner Gastfamilie verabschieden, meinen Gastgroßeltern und meiner Gastschwester+Baby. L
Sonntag war es dann soweit. Die Mädels brachten mich zum Bus und wir verabschiedeten uns voneinander. Mir fiel der Abschied von meinen Mitfreiwilligen sehr schwer. Ich habe mit diesen Menschen 10 wundervolle Monate verbracht und unglaublich viel erlebt in dieser Zeit.
Als ich im Bus Richtung Sopachuy saß, viel es mir schwer nicht zu weinen, da ich wusste, dass es das letzte Mal sein wird, dass ich diese Strecke fahre..

„wherever I go, I’m gonna come back to walk these streets again“

In Sopachuy angekommen erwarteten mich meine Gastfamilie und Lara schon.
Neben Koffer packen und ausmisten meiner Klamotten, stand viiel auf dem Plan, was wir noch gemeinsam machen wollten. So tranken wir zum Beispiel einen Abend den Whisky SopachueNo (oder auch Kirusilla), gingen Pollo essen bei DoNa Valentina oder zockten abends unzählige Runden Tischkicker.
Die Woche war frei, da die Plurinacionales waren (eine Sportveranstaltung, bei der die einzelnen Kurse der Schulen aus allen Dörfern aus der Umgebung gegeneinander antreten).
Am Mittwoch sind wir deshalb in die Sporthalle des colegios gegangen, um die danzas (die Tänze) anzuschauen, die die Schulen vorbereitet hatten. Auch hier fiel es mir sehr schwer nicht allzu traurig zu sein, da es das letzte Mal war, dass ich bei einer bolivianischen Veranstaltung zusehen konnte.
In den Tagen vorher verabschiedete ich mich auch von DoNa Lisa, die eine kleine tienda (einen kleinen Laden) in Sopachuy hat. Als ich auf sie zulief, rief sie mir „Nein, nein“ entgegen. Sie wollte nicht, dass ich mich von ihr verabschiede.
Es war für mich schrecklich sie weinen zu sehen..Sie sagte immer wieder, dass sie nicht will, dass ich gehe und dass ich wiederkommen muss, sobald ich kann. Zum Abschied gab sie mir Kekse und Obst aus ihrem Laden..
Mittwoch-Abend, der 15.6 war dann jedoch der schlimmste Tag. An diesem Tag musste ich mich von meiner Mamá und meinen kleinen Geschwistern verabschieden. Mein kleiner Bruder wollte mir überhaupt nicht Tschüss sagen, weil er einfach nicht wollte, dass ich gehe. Es hat mir so das Herz gebrochen meine Familie so traurig zu sehen, obwohl ich mir ganz sicher war und bin, dass ich sie auf jeden Fall nach dem Studium besuchen werde! ‚
Die Zeit war nun gekommen und ich musste fürs Erste Abschied nehmen, von den Menschen, die mich ein Jahr lang begleitet und unterstützt haben.
Ich glaube ich muss hier nicht näher beschreiben, wie es mir in diesen Tagen ging.
 „Der Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange auf ihn freut“
Das einzige was mich jetzt ein bisschen getröstet hat, ist die Gewissheit, dass ich bald bei meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland bin.

Jetzt bin ich bereits seit 2 Wochen wieder in Deutschland und auch wenn mich manchmal das Heimweh nach meiner 2. Heimat Sopachuy/Bolivien überkommt, ist es dennoch schön, wieder Zuhause zu sein.
Ich hatte eine wunderschöne Zeit mit wundervollen Menschen. Ich habe Erfahrungen gesammelt, die mir keiner mehr nehmen kann und die mich für den Rest meines Lebens prägen werden.
Ich habe neue Menschen kennengelernt, ein komplett anderes Leben in einer fremden Kultur gelebt und ein vielfältiges Land bereist.
Danke, an alle, die mein Jahr zu dem gemacht haben, was es war! <3


Sucre vom Kathedralendach aus :)


Gracias por este ano, chicos!

Vino-Abend mit Jose und Lara :)

te quiero, Stinkmuff <3

Salón de juegos, Projekt: Handabdrücke :D

I'm a survivor!



Die wahrscheinlich gefährlichste Straße der Welt – el camino de la muerte in Bolivien.
Die Todesstraße ist ca. 65km lang und führt von LaPaz Richtung Norden nach Coroico, in die bolivianischen Yungas.
Bis 2006 eine Umgehungsroute gebaut wurde, galt diese Straße als eine der gefährlichsten der Welt und auch heute noch nehmen einige Bus-/ und LKW-Unternehmen, sowie Privat-PKWs, die Straße durch die Yungas. Aber die sogenannte Deathroad ist heute vielmehr zu einer Touristen-Attraktion geworden und so fahren täglich mehrere Organisationen mit dem Mountainbike die Straße runter.
..so auch Lara und ich.
Mit dem Hintergrundwissen, dass ca. 1 Monat vor unserer Tour jemand auf dieser Straße ums Leben gekommen ist, der ebenfalls mit dem Bike eine Tour gemacht hatte, standen wir nun mit zitternden Knien vor unserem Hostel und warteten darauf, dass unsere Organisation uns abholt, um die Tour anzutreten. Wir versuchten uns mit dem Lied „I will survive“ von Gloria Gaynor, Mut zu machen, vergeblich!
Mit weiteren 7 lebensmüden Teilnehmern, ging es dann nach unzähligen Instruktionen unseres Guides, los.
Die ersten 30 Minuten fuhren wir zum Eingewöhnen auf Asphalt. 90 Minuten der gesamten Stecke sind übrigens Downhill. Dann kamen wir an einem Tunnel an, den wir jedoch nicht mit den Bikes durchqueren durften, weshalb wir stattdessen eine sogenannte „Probestrecke“ nahmen, die am Tunnel vorbeiführte. Unser Guide erklärte uns vorher, dass wir auf den paar Metern einen ersten Eindruck bekommen werden, wie die restliche Straße sein wird, - steinig, löchrich, gruselig!
Nach der Probe-Deathroad hielten wir erneut an, ich schaute Lara an und war froh zu wissen, dass sie das selbe dachte: wenn so die nächsten 4 Stunden verlaufen, drehen wir durch :D
Wir stiegen später in den Bus ein, der uns zum eigentlichen Beginn der deathroad brachte, wo wir noch einmal ein Gruppenbild machten und den Eintritt zahlten.
Auch hier gab es wieder einige Instruktionen, wie zum Beispiel die, dass auf der Deathroad englische Straßenregeln herrschen, - Linksfahrgebot! Nur leider befand sich links von uns der Abgrund.
Nun ja, wir wollten das Ding durchziehen und traten die Tour an.
Knapp 4h downhill, über Stöcke, Steine, Schlaglöcher und durch Wasserfälle, ging unsere Tour. Auf den ersten Metern waren wir noch sehr vorsichtig und man versuchte sich so gut es geht auf die Straße zu konzentrieren und bloß nicht links runter in den Abgrund zu schauen..
Nach der 1. Hälfte (die übrigens gefährlicher sein soll, als die 2.) wurden wir allerdings übermütig und immer und immer schneller. Tatsächlich kam einem der Gegenverkehr auf der rechten Seite entgegen und man strengte sich an, den Lenker nicht nach links zu ziehen, um heil in Coroico anzukommen.
Glücklicherweise passierte niemandem aus der Gruppe etwas, bis auf 2 Platten (wovon einen natürlich ich hatte, war klar :D).
Als wir unten in Coroico angekommen waren, sangen wir alle gemeinsam „I’m a survivor“ von destiny's child und freuten uns auf eine (kalte) Dusche und leckeres Essen!
Unsere Gruppe war verdammt cool drauf und wir hatten extrem viel Spaß an diesem Tag.
Abschließend muss man sagen, dass die ganze Aufregung umsonst war. Todesangst? Nein. Gefährlich? Jein. Spaß ohne Ende und traumhafte Landschaft? JA!
Also Leute, es lohnt sich wirklich und wenn man sich nicht total doof anstellt und sich an die Regeln hält, kann auch nichts passieren und ihr werdet eines der geilsten Erlebnisse überhaupt haben!
Lara und ich waren jedenfalls mächtig stolz auf uns und versuchten unseren Muskelkater mit ein paar Gläsern Wein und einem lustigen Abend mit einem Freund aus LaPaz, zu vergessen.

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen, da unser Flug von LaPaz nach Santa Cruz um 10Uhr ging.
In SantaCruz angekommen gingen wir ein bisschen in die Stadt und ich musste noch die Reste im Koffer verstauen.
Am Abend trafen wir uns mit Nazira, die ebenfalls Mitarbeiterin der Organisation ist und besprachen die ein oder andere organisatorische Sache und blickten gemeinsam auf unseren Freiwilligeneinsatz zurück.
Am nächsten Morgen, den 21.06 ging Daniels und mein Flug von Santa Cruz über Lima und Madrid nach Frankfurt. Bis auf 5h Wartezeit in Madrid, weil wir unseren Anschlussflug nach FM verpasst hatten, lief alles glatt und wir landeten am 22.6 gegen späten Abend in Frankfurt.

Am Flughafen wartete meine Familie (Oma, Opa, Mama, Bruder, Schwester und die 2 Hunde, also der komplette Clan) bereits auf mich mit einer Herzlich Willkommen –Girlande, einem Welcome Back-Ballon und natürlich einer Flasche Sekt :)
Es ist schön wieder Zuhause bei meinen Liebsten zu sein und ich freue mich auf die Zeit, die jetzt kommt :)


zum Eingewöhnen

die deathroad - unsere "Straße"





die Landschaft war ein Traum


ready to ride :D

DEEEUUTSCHLAAAND <3<3<3

you put your arms around me and i'm home


Lost on the Isla del Sol




Zwischen Peru und Bolivien liegt der ca. 8288km² große Titicacasee. Auf der bolivianischen Seite liegt auf einer Höhe von ungefähr 4000müM. die 14km² große Sonneninsel,-die isla del sol!
Lara und ich sind mit einem Bus von LaPaz nach Copacabana gefahren, von wo aus wir mit einem Boot zum Norden der Isla übersetzten. Die 2 ½ stündige Fahrt war atemberaubend. Vom Boot aus sieht man sowohl die Isla de la Luna, als auch die 6000m hohen, schneebedeckten Berge im Hintergrund.
Auf der Isla angekommen, wurden wir direkt von Kindern (!) abgefangen, die uns in ihr Hostel locken wollten. Wir sind dann mit einem der Kinder mitgegangen, welches uns in ein niedliches Haus direkt am Strand von Challapampa gebracht hat. Unser Doppelzimmer beinhaltete lediglich 2 Betten, war aber top gepflegt und für die eine Nacht auch völlig ausreichend.
Wir schauten uns das kleine Dorf in Ruhe an und ließen den Abend schließlich mit einem Wein bei Sonnenuntergang am Strand ausklingen.
Da wir beide Tage strahlenden Sonnenschein hatten, war die Kälte auszuhalten und wir konnten am nächsten Morgen unsere Wanderung in den Süden der Insel antreten.
Leider hatten wir unsere mehr oder weniger spontane Reise nicht sehr gut durchdacht und mussten die 4h-Wanderung mit randvollen Backpackern durchziehen, was bei der Höhe und der Sonne ziemlich anstrengend wurde, noch dazu, wenn man vom Weg abkommt…
Lara und ich hatten uns zuvor eine Karte der Isla geben lassen, auf der eine Wanderrute eingezeichnet war, bei der man (angeblich) auch an den Ruinen der Inka und dem Tempel der Inka vorbeikommen sollte.
Nach 1 ½ h Laufen, kamen wir an Ruinen an, von denen wir uns sicher waren, dass diese nicht die auf der Karte eingezeichneten sein können und entschieden uns nach ewigem hin&her doch dazu, umzudrehen, um nochmal die Nordseite nach dem Tempel und den Ruinen abzusuchen.
Hier fing unsere Odyssee dann an..
Plötzlich war der eigentlich deutlich erkennbare Fußweg eine Art Schafsweide und wir mussten mehr klettern, als wandern (man bedenke die schweren Backpacker!).
Nach weiteren Stunden umherirren ohne Erfolg, liefen wir frustriert zurück zum Hafen im Norden, um dort am Nachmittag ein Boot zurück nach Copacabana zu nehmen.
Als wir dann wieder in LaPaz angekommen sind, trafen wir uns mit einem guten Freund, der uns auslachte, als wir ihm von unserem kleinen Abenteuer erzählten. Er versicherte uns, dass die Ruinen, die wir gesehen hatten, die richtigen waren und wir ohne weiteres die Wanderung in den Süden hätten fortsetzen können.
Aber wir hatten trotzdem eine sehr schöne Zeit auf der traumhaften Insel mit atemberaubender Landschaft und es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Challapampa, im Norden der Insel

"Somewhere something incredible is waiting to be known" - Carl Sagan

Inka-Ruinen

A good traveler has no fixed plans and is not intent on arriving. - Lao Tzu

~ Fernweh ~

vom Boot aus

Mi segunda patria, Bolivia <3

Montag, 6. Juni 2016

Día de la madre

Am Freitag, den 27.5 war in Bolivien der offizielle día de la madre. Da sowohl Philipp als auch ich an dem Tag noch auf Reisen waren, hatten wir beschlossen, am Sonntag nachträglich zu feiern.
Also bereiteten wir ein leckeres Frühstück mit Pancakes vor und backten gemeinsam Pizza. Nachmittags sind wir dann Volley und Tischkicker spielen gegangen.
Am Montag, den 30.5 gab es am Abend eine kleine Feier zu Ehren der Profesorinnen, die von den Profesoren vorbereitet wurde.
Als wir in den Raum reinkamen, war bereits alles geschmückt und eingedeckt und an der Tafel stand "Felizidades Mamás!"
Zuerst gab es für alle etwas zu essen und ein Glas Sekt zum anstoßen. Danach wurden einige Reden gehalten und Glückwünsche ausgesprochen.
Nachdem dann die Männer ihre Skills im musikalischen Bereich ausgepackt hatten, wurde gemeinsam getanzt und die ein oder andere Kirusilla getrunken. Wir hatten alle viel Spaß an dem Abend!





Gracias por todo, Mami. Te quiero mucho <3<3<3




Día del maestro

Claro que si, gibt es auch für die Lehrer/innen einen speziellen Tag.
Montag, den 6.Juni war es soweit.
Als ich in den Kindergarten kam, wurde ich mit Konfetti begrüßt. Die Kinder umarmten mich und auch die Eltern sprachen mir Glückwünsche aus und bedankten sich bei mir, für meine Hilfe.
Jeder Profe bekam eine kleine Torte, die wir aßen, bevor es rüber in die Cancha der Grundschule ging, wo alle Bildungseinrichtungen Sopachuys zusammenkamen, um an der Messe teilzunehmen und gemeinsam für die Lehrer zu singen, zu tanzen und Dinge aufzuführen.
Es war ein wirklich sehr schöner Vormittag mit vielen Umarmungen von den Kleinen und haufenweise Rosen als Dankeschön.
Am Nachmittag wurde dann in der Cancha Basketball oder Fußball gespielt und abends gab es natüürlich eine Party für alle Lehrer/innen in einer Karaokebar.
Zuerst gab es wieder etwas zu essen und danach wurde getrunken, getanzt und viiel gelacht.
Endlich mal ein Tag, der auch uns Freiwilligen betroffen hat, hihi. :D

der beste kleine Bruder!

Die Geschichte zu dem Bild:
Dieses Mädchen kam zu mir, um mir zum día del maestro zu gratulieren. Als sie mich umarmte, schaute sie mich total traurig an und fragte mich, ob ich gehen muss. Ich versuchte ihr zu erklären, dass wir noch ein wenig Zeit gemeinsam verbringen, bevor ich zurück zu meiner Familie in Deutschland fliege und eine neue Voluntariern kommt. Daraufhin fing sie an zu weinen und sagte, dass ich nicht gehen darf und ich bei ihr bleiben soll, da sie keine andere Voluntarierin haben will, außer mich und sagte mir, dass sie mich unglaulich vermissen würde. Das Foto war ihr Wunsch, als Erinnerung an mich.
Diese Kinder sind mir so ans Herz gewachsen und der Abschied wird mir soo schwer fallen :(

Die Abi-Klasse beim Tanzen für die Lehrer :D

Meine Schätze <3

Feliz dia, Profes!


from deep in the jungle

Das Wochenende vom 20.-22. Mai bekamen wir in Sopachuy Besuch von Vera und Suzi aus Monteagudo, um gemeinsam die Geburtstage von der Voluntarierin Luisa und meinem Gastbruder Lenin, zu feiern.
Am Sonntag hieß es für Suzi, Vera und mich jedoch früh aufstehen, da wir mit der Flota nach Sucre fahren mussten, von wo aus am Nachmittag unser Flieger nach LaPaz ging. In LaPaz angekommen war es arschkalt und so beschlossen wir nur noch schnell lecker essen zu gehen und dann direkt ins Bett. Außerdem startete ja am nächsten Morgen um 7 Uhr unser Propella-Flugzeug, Richtung Amazonas. Mit der Landung in Rurrenabaque begann dann auch schon unser kleines Abenteuer.
Am Dienstag fuhren wir 3 Stunden mit dem Jeep nach Santa Rosa, von wo aus wir mit einem Kanu weitergefahren sind. Direkt beim Losfahren, konnten wir Kaimane und rosa Flussdelfine beobachten, die neben uns herschwammen. Nach ca. 3 Stunden auf dem Wasser, kamen wir dann endlich an unserer Unterkunft (unmittelbar am Fluss gelegen) an. Während der Kanu-Tour bewunderten wir die Artenvielfalt. Kaimane, Wasserschweine, rosa Delfine, Brüll-/Totenkopf-/Kapuzineraffen, gelb-blaue Aras und viele andere Vogelarten.
Für mich war jedoch das Highlight die hautnahe Begegnung mit den kleinen Äffchen, die uns einen kurzen Besuch auf dem Kanu abgestattet haben, um uns von unserem Schoß die Kekse zu klauen.
Nachmittags sind wir dann mit dem Kanu zu einer Farm in den Pampas gefahren, wo wir gemeinsam den Sonnenuntergang genossen haben.
Nach dem Abendbrot ging es noch einmal los, um die leuchtenden Krokodilaugen zu erkunden und vor allem den atemberaubenden Sternenhimmel zu bewundern. Es war einfach ein unglaubliches Gefühl mitten in der Nacht ohne jegliche Lichter und Stadtgeräusche durch den Dschungel zu fahren.
Nach einer etwas ungemütlichen Nacht (da wir weder Decken noch Kissen hatten, habe ich mir mit Vera ein kleines Bett und eine dünne Decke geteilt) ging es nach einem leckeren Frühstück direkt los zum Anaconda-Gebiet, wo wir 2 Stunden mit undichten Gummistiefeln durch einen Sumpf???? gestiefelt sind mit der Hoffnung eine Anaconda zu Gesicht zu bekommen. Die Wahrscheinlichkeit während dieser Jahreszeit beträgt angeblich 70%, wir gehörten leider zu den 30% Prozent die Pech hatten und sich mit einer leeren Schlangenhaut zufrieden geben mussten.
Nach dem Mittag ging es dann los zum Piranha-Sportfischen vom Kanu aus. Wir sind zu 3 speziellen Stellen gefahren und jeder bekam ein paar Stücke Fleisch und ein Holzstück mit einem Faden dran, an dem am Ende ein Haken befestigt war (die "Angel"). Petri Heil - Die Jagd ging los! Nach wenigen Minuten zogen wir einen FIsch nach dem anderen aus dem Fluss, um sie letztendlich doch wieder zurückzuschmeißen. Kurz vor Schluss zog unser Guide Ernesto dann einen gelben Piranha aus dem Fluss und zeigte uns dessen Zähne; da war für uns die Entscheidung gefallen, ganz schnell die Haken einzuziehen und wieder zurück zum Hostel zu fahren.
Diesen Abend haben wir mit Rage spielen verbracht und sind dann ins Bett, um am nächsten morgen pünktlich um 5:30 mit dem Kanu rauszufahren, um den Sonnenaufgang anzuschauen. Danach entdeckten wir in einer kleinen "Bucht" Baby-Kaimane und unser Guide fragte uns ganz entspannt, ob wir mal einen auf die Hand nehmen wollen? Wir 9 Mädels waren natürlich hin und weg und kaum hatten wir die Anwort ausgesprochen, lag Ernesto auch schon im Sand und rief "I got one" / "Tengo unito" :D Nachdem wir alle einmal ein Foto mit dem Kleinen gemacht hatten, ging es weiter an eine Badestelle, wo wir die Möglichkeit hatten zu baden.
Nach einer guten halben Stunde fuhren wir wieder zurück zur Unterkunft, um dort zu Mittag zu essen und dann gestärkt die Rückreise nach Rurrenabaque anzutreten, wo wir am späten Nachmittag müde aber auch glücklich & zufrieden angekommen sind.
Am nächsten Morgen ging trotz starken Regen unser Flug nach LaPaz, wo die Alpaca-Läden förmlich darauf warteten uns pleite zu machen :D
Nach einem kompletten Tag shopping, gingen wir lecker italienisch essen und sind dann mit der Flota nach Sucre gefahren.


up to the jungle

Rollertour in Rurrenabaque - ein bisschen Spaß muss sein

Das war während unserer Tour unser Fortbewegungsmittel

Kaimane und Wasserschweine


Sonnenuntergang

Sonnenaufgang

Haut einer Anaconda

unsere Unterkunft mittem im Dschungel

Die Duschen/Toiletten

Unser Guide Ernesto mit einem gelben Piranha

Petri Heil!

Die Mädels <3



Baby-Kaiman :)

Gefühlslage kurz vor Schluss..

(verfasst am 18.05.2016)
Wenn mich am Anfang des Jahres jemand gefragt hat, wie es mir mit Heimweh ergeht, habe ich meistens geantwortet, dass ich zwar meine Familie und meine Freunde aus Deutschland vermisse, aber mich in meiner neuen Heimat so gut eingelebt habe, dass mir meistens die Zeit fehlte, über Deutschland nachzudenken. Hätte man mich vor 3 Monaten gefragt, ob ich jetzt lieber zu Hause wäre, wäre meine Antwort ein klares "Nein!" gewesen, da ich zu gespannt war, was mich hier noch alles erwarten würde.
Mittlerweile, kurz vor Schluss meines einjährigen Einsatzes in einem kleinen Dorf mitten in einem Entwicklungsland, hat sich meine Gefühlslage komplett geändert. In meinen ersten Monaten hier habe ich immer geplant, wie lange wohl mein Deo-/oder Zahnbürstenvorrat noch halten wird und jetzt denke ich meistens nur noch, "ach, sind doch nur noch 10 Wochen, das reicht locker alles." Auch fange ich manchmal einfach an zu weinen, wenn ich in der Flota sitze und durch Boliviens atemberaubende Landschaft fahre, weil ich einfach nicht weiß, ob und wenn, wann, ich wieder zurückkommen kann. Ich habe hier viele neue Menschen kennengelernt, eine 2. Familie bekommen und eine komplett anderes Leben gelebt. All das wird mir unglaublich fehlen, wenn ich wieder in Deutschland bin.
Ich habe nicht einen kurzen Moment lang bereut, diese Entscheidung getroffen zu haben und trotz vieler Höhen und Tiefen, würde ich immer sagen, dass dieses Jahr eines der besten Jahre meines Lebens war.
Meine Tage hier in Bolivien sind somit gezählt und alles was jetzt noch ansteht, sind wenige Arbeitstage und hoffentlich noch schöne Momente mit meiner Familie hier. Ende Mai steht die Amazonastour an, die ich gemeinsam mit 4 anderen Freiwilligen machen werde und danach heißt es auch schon "packen, packen, packen". Anfang Juli reisen wir dann nochmal und dann werde ich mit meiner Gastfamilie meinen Geburtstag verbringen und mich von ihnen verabschieden. Daran darf ich jetzt noch gar nicht denken, es wird mir unglaublich schwer fallen, diese Menschen zurückzulassen..
ABER! Ich freue mich natürlich auch schon unglaublich auf meine Familie (besonders auf meine Mama) und Freunde in Deutschland, die ich jetzt ein ganzes Jahr nicht gesehen habe und wirklich seehr vermisse.
- ich werde also mit einem lachenden und einem weinenden Auge von hier weggehen.

                                      "You will never be completely at home again.
                                  Because part of your heart will always be elsewhere.
                               That is the price you pay for the richness of loving and
                                         knowing people in more than one place."


mi querida mamá <3


feliz cumpleaños, hermanito :)



Donnerstag, 14. April 2016

Samaipata und Santa Cruz de la Sierra


Am Mittwoch den 6. April entschieden Sophie und ich uns relativ spontan übers Wochenende einen Kurztrip nach Santa Cruz zu machen. Der Ursprüngliche Plan war die Freiwilligen in Monteagudo besuchen zu fahren, was jedoch daran scheiterte, dass komplett Monteagudo gestreikt hat und somit keine Flotas in die Stadt gefahren sind.
Donnerstag ging es dann um 4 Uhr morgens mit der Flota Richtung Santa Cruz und wir dachten uns trifft der Schlag. Unser Busfahrer machte leider den Eindruck als hätte er am Vorabend einen über den Durst getrunken und dementsprechend raste er die Strecke lang. Die Musik auf Clublautstärke und die Fenster undicht, so dass es von oben reintropfte.
Als wir dann endlich das Problem mit Musik und Fenstern gelöst hatten, wurde auch seine Fahrweise sanfter und wir konnten endlich die wunderschöne Aussicht genießen, die wir während der 13 Stunden Busfahrt bei Sonnenschein hatten.
Nach 13 Stunden kamen wir in ein kleines Dorf, mit Namen Samaipata, wo wir uns noch spontaner entschieden auszusteigen. Nachdem wir ein nettes kleines Hostel gefunden hatten, machten wir uns auf den Weg, um für den nächsten Tag eine Tour zum Parque Nacional de Arombó, zu buchen. Diesmal hatten wir Glück und es waren für Freitag noch 2 Plätze frei.
Samaipata ist zwar ein sehr touristisches, aber dennoch wunderschönes Dorf, mit vielen guten Restaurantes und Cafés und es hatte teilweise Südeuropäisches Flair, wenn man abends im Kleid auf der Terrasse seine heiße Schokolade genossen hat.
Freitag morgens sind wir dann gemeinsam mit unserem Tourguide und 3 Jungs zum sogennanten "Nebelwald" gefahren und ließen uns insgesamt 6 Stunden lang durch die Tiefen des Waldes führen und uns dabei Flora und Fauna des Waldes erklären. Das absolute Highlight war jedoch die Aussichtsplatform, von der man ausnahmsweise mal nicht die perfekte Aussicht hatte, da man mitten in den Wolken stand. Der Wind war unglaublich und der Nebel zog so schnell auf und ab, dass man nicht mehr wusste, wo man sich befand, es war wirklich atemberaubend.

Freitag abend ging es dann mit einem Sammeltaxi nach Santa Cruz (ich erspare euch an dieser Stelle die Details seiner Fahrweise).
Samstag nahmen wir uns Zeit die Stadt ein wenig zu erkunden und gingen lecker essen. Leider ist der Anteil an Kerlen, die komischerweise immer pfeifen, wenn sie an einem vorbeilaufen, in der Großstadt noch größer als auf dem Dorf oder in einer kleineren Stadt wie Sucre. Abends entschieden wir uns feiern zu gehen, was sich als erfolgreich rausstellte, da wir erst um 6 Uhr morgens wieder im Hostel waren, dann direkt 2 Stunden den Pool ausgekostet haben, um dann schließlich frühstücken zu gehen und nochmal 2 Stunden die bezahlten Hostelbetten zu nutzen, die wir uns theoretisch auch hätten sparen können :D
Sonntag sind wir noch einmal ein bisschen durch die Stadt gelaufen und schließlich um 5 Uhr mit der Flota nach Sucre gefahren, wo wir am Montag morgen um halb 6 ankamen.

Fazit: Spontane Aktionen sind einfach die Besten :)

deep in the jungle :D

Parque Nacional de Arombó

Nebelwald
fiesta über den Dächern von Santa Cruz :)


Muchos saludos,
Kimi <3